Mit einigen Ländern hat die EU neue Freihandelsabkommen abgeschlossen oder wird sie entsprechende Abkommen in naher Zukunft unterzeichnen.

Die EU hat sich zunächst mit Südkorea, ihrem nach den USA, Japan und China, viertwichtigstem außereuropäischem Handelspartner, auf ein umfassendes Freihandelsabkommen geeinigt. Das Abkommen wurde am 15. Oktober 2009 paraphiert.

Es sieht insgesamt einen Abbau von Zöllen in einer Größenordnung von 2,7 Mrd. EUR vor. Zugunsten der EU-Exporteure sollen Einfuhrzölle in Höhe von 1,6 Mrd. EUR, insbesondere im Bereich von Maschinen- (450 Mio. EUR) und Agrarexporten (380 Mio. EUR), aufgehoben werden. Darüber hinaus sollen durch Anerkennung Europäischer Normen und Zertifikate nichttarifäre Handelshemmnisse, insbesondere im Bereich der Automobil- und Arzneimittelindustrie sowie im Bereich der Unterhaltungselektronik, abgebaut werden.

Als nicht unproblematisch wird das im Abkommen den Zollbeamten des Einfuhrlandes eingeräumte Recht angesehen, bei Zweifeln an der Richtigkeit des Ursprungsnachweises an Zollprüfungen des Ausfuhrlandes in den Unternehmen teilzunehmen. Erfahrungen aus der Schweiz zeigen, dass Südkorea von dem Recht auch Gebrauch macht.

Das Freihandelsabkommen wird nach der Unterzeichnung durch den EU-Vorsitz und die Kommission dem Europäischen Parlament zur Zustimmung vorgelegt und voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2010 in Kraft treten. Die vollständige Dokumentation des Freihandelsabkommens ist verfügbar unter:
http://trade.ec.europa.eu/doclib/html/145203.htm

Ende Februar 2010 wurden zudem jeweils die Verhandlungen zwischen der EU und Kolumbien sowie Peru abgeschlossen. Die Freihandelsabkommen sollen im Rahmen des Gipfeltreffens der Regierungschefs der EU und Lateinamerikas am 18. Mai 2010 in Madrid paraphiert werden. Sowohl Kolumbien als auch Peru gehören zu den lateinamerikanischen Staaten mit den höchsten Wachstumsraten. Während des Gipfeltreffens am 18. Mai in Madrid soll auch ein Assoziierungsabkommen zwischen der EU und den Zentralamerikanischen Ländern (Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Honduras, Nicaragua und - als Beobachter - Panama) geschlossen werden.

Schließlich hat sich die EU über den Beginn von Verhandlungen über bilaterale Freihandelsabkommen mit Vietnam und Singapur geeinigt. Die erste Verhandlungsrunde mit Singapur fand vom 8. bis zum 12. März 2010 in Singapur statt.

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