Wie wirken sich auf Grund der Corona-Krise zu erwartende Liquiditätsengpässe auf die Fortführungsprognose aus?

Für eine positive Fortführungsprognose i.S.d. § 19 InsO muss ein Unternehmen auf Basis eines aussagekräftigen und plausiblen Unternehmenskonzepts einen Ertrags- und Finanzplan aufstellen, auf dessen Basis das Unternehmen im laufenden und folgenden Geschäftsjahr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit liquiditätsseitig durchfinanziert ist. Zeigt sich auf Grund der Corona-bedingten operativen Mindereinnahmen in der Finanzplanung Liquiditätsbedarf, ist die Durchfinanzierung durch andere liquide Mittel sicherzustellen, sei es durch Fremd- oder Eigenkapital oder beispielsweise die Hebung von Liquiditätsreserven im Unternehmen (bspw. über Factoring o.Ä.). 

Selbst wenn die Insolvenzantragspflicht auf Grund Überschuldung gem. § 19 InsO suspendiert ist, wird die Fortführungsprognose bzw. jedenfalls eine plausible Finanzplanung weiterhin von außerordentlicher Relevanz bleiben. Bereits die Voraussetzungen der Suspendierung der Antragspflicht („ernsthafte Finanzierungs- oder Sanierungsverhandlungen“ / „begründete Aussichten auf Sanierung“) dürften jedenfalls belastbare Planungen voraussetzen. Auch im Rahmen der Jahresabschlusserstellung ist eine plausible Finanzplanung von herausragender Bedeutung für den Going Concern.
Gleiches gilt für Forderungen der jeweiligen Finanzierer, die eine belastbare Einschätzung der finanzwirtschaftlichen Situation benötigen, insbesondere wenn sie neue (Brücken-)Darlehen ausreichen sollen. Bestandsfinanzierer benötigen Planungen für ein Monitoring der Liquidität und der operativen Ergebnisse und der Einhaltung der Financial Covenants. 

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