Meldepflichten für grenzüberschreitende Steuergestaltungen prüfen

Deutschland hat die Meldefristen für grenzüberschreitende Steuergestaltungen überraschend entgegen der Empfehlung der EU-Kommission nicht verlängert: Solche Gestaltungen müssen somit seit dem 1. Juli 2020 dem Fiskus innerhalb von 30 Tagen gemeldet werden. Das sieht die EU-Richtlinie 2018/822/EU (DAC 6) vor, die mit dem Gesetz zur Einführung einer Pflicht zur Mitteilung grenzüberschreitender Steuergestaltungen in nationales Recht umgesetzt wurde. Die Meldepflicht findet auch rückwirkend Anwendung: Grenzüberschreitende Steuergestaltungen, die zwischen dem 25. Juni 2018 und dem 30. Juni 2020 umgesetzt worden sind oder deren Umsetzung in diesem Zeitraum begonnen hat, sind bis Ende August 2020 nachzumelden. In diesen Fällen soll allerdings beanstandungsfrei eine Meldung bis zum 30. September 2020 möglich sein.

Compliance-Risiko für Unternehmen

Wer ist zur Meldung verpflichtet? Nicht nur Intermediäre, wie Steuerberater, Rechtsanwälte oder Wirtschaftsprüfer können betroffen sein. Auch Finanzdienstleister und andere Unternehmen sowie die Nutzer von Steuergestaltungen sind potentiell betroffen. Unterbleibt die Meldung, drohen hohe Bußgelder. Zusätzlich zu berücksichtigen ist, dass in anderen Mitgliedstaaten weitere und weitergehende Meldepflichten bestehen können.

GvW-Tool identifiziert Meldepflichten

Umso wichtiger ist es, dass Sie in Ihrem grenzüberschreitenden Geschäftsverkehr diese Meldepflichten prüfen. Unser kostenloses Tool hilft Ihnen dabei, die Meldepflichten zu identifizieren.

Das Tool bietet eine kostenlose Ersteinschätzung. Eine individuelle Rechtsberatung kann die Nutzung des Tools aber nicht ersetzen.

Kontakt

Dr. Frank R. Tschesche, LL.M. (NYU)
Rechtsanwalt und Steuerberater, Attorney-at-law N.Y.
T +49 69 707970-125
f.tschesche@gvw.com



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