Das Frachtrecht geht davon aus, dass der Frachtführer die ihm zustehende Fracht bei der Ablieferung des beförderten Gutes erhält. Gesichert wird der Anspruch des Frachtführers auf die Fracht durch das Frachtführerpfandrecht und Zurückbehaltungsrechte, sollte sein Vertragspartner die Fracht nicht bezahlen.

Eine angeblich oder tatsächlich unzureichende Verpackung führt häufig zu Streitigkeiten zwischen Versender und Transportdienstleister.

Nachdem die politischen Protagonisten sich buchstäblich am letzten Tag auf einen über 1000 Seiten starken Vertrag einigten, scheinen jetzt die schlimmsten Konsequenzen überwunden. Trotzdem vergleicht ein englischer Kollege, Steve Sidkin von der Kanzlei Fox Williams, den Brexit mit einer Arthritis: Man könne nach wie vor das meiste dessen tun, was man auch bisher getan habe, es sei nur aufwendiger und schmerzhafter.

Im Stückgut-Bereich aber auch bei den Pakettransporten kommt es durchaus häufiger vor, dass das eigene Gut durch Schäden an dem Gut anderer verursacht werden.

Mit einem Urteil vor wenigen Wochen entschied der EuGH, dass die deutsche Maut für LKW um 3.8% zu hoch ist: einrechnet wurden auch die Kosten der Polizei, die aber da nicht reingehören.

Das Landgericht Bonn hat in einer Entscheidung aus dem Jahr 2018, die erst jetzt veröffentlicht wurde, die umstrittene Feststellung getroffen, dass auch der Leasinggeber eines Lkw, der auf einem Bahn Transport zu Schaden gekommen ist, berechtigt ist, Schadensersatzansprüche gegen den Beförderer nach Art. 23 § 1 CIM geltend zu machen.

In dem zwischen den Parteien abgeschlossenen Frachtvertrag war vereinbart worden, dass der Frachtführer sicherzustellen hatte, dass ausreichender Versicherungsschutz besteht.

Die Technik macht selbstverständlich auch nicht vor der logistischen Abwicklung halt. Der Frachtbrief des 19. Jahrhunderts mit der Dokumentation einer Übernahme wird zunehmend durch eine Scannung eines Barcodes ersetzt und auch die Ankunftszeiten selbst eines Lkw werden inzwischen durch IT Anwendungen nicht nur geplant sondern real ermittelt und danach Abholungen und Anlieferungen zeitlich determiniert. Tatsächlich aber ist insbesondere das deutsche HGB immer noch auf dem Stand - von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen - des Frachtbriefes, also des schriftlichen Dokumentes: Beide Parteien...

In den vergangenen Jahren sind vermehrt Urteile erschienen, die sich mit der Frage befassen, ob die Erstellung einer Verpackung eine Teilpflicht des Spediteurs ist, und damit dann entsprechend der Spediteur Haftung unterliegt oder ob es nicht vielleicht ein Werkvertrag ist, der unabhängig von weiteren speditionellen Pflichten eine eigenständige Leistung und damit auch eine eigenständige Haftung begründet

Die Ausschreibung logistischer Leistungen auf Seiten eines Industriekunden setzt drei grundlegende Vorüberlegungen voraus:

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