Management

"GvW steht heute für eine vollintegrierte Kanzlei, darauf sind wir besonders stolz"

Die globale Finanzkrise wütet, Barack Obama wird erster afroamerikanischer Präsident, die schwarzgelbe Koalition bildet die Regierung in Deutschland. All dies gehört längst der Vergangenheit an. GvW setzt dagegen auf Kontinuität: Zwölf Jahre ist all das her – und ebenso lang ist es her, dass Christof Kleinmann und Dr. Robert Theissen zu geschäftsführenden Partnern der Kanzlei gewählt wurden. Bis heute sind sie im Amt – das wirft Fragen auf…

"GvW steht heute für eine vollintegrierte Kanzlei, darauf sind wir besonders stolz"

Hätten Sie sich im Jahr 2009 auch auf die Wahl eingelassen, wenn Sie gewusst hätten, dass
Sie mehr als ein Jahrzehnt später immer noch im Amt sind?

Das war natürlich so nicht abzusehen. Wenn Sie uns jetzt rückblickend fragen: Ja, wir wären zur Wahl angetreten. Denn das Amt der Managing Partner bei GvW macht uns auch nach so vielen Jahren noch großen Spaß.

Warum erfüllt Sie das Amt denn nach so langer Zeit noch mit so viel Freude?
Wir haben hier eine tolle Truppe beisammen – vom Auszubildenden bis zur Partnerin. Auch nach so langer Zeit haben wir immer noch viel vor, wollen die Kanzlei weiterentwickeln und spüren unverändert großes Vertrauen der Partnerschaft, uns auf diesem Weg weiter zu begleiten. Ohne dies würde es nicht gehen, weil in einer erfolgreichen Kanzlei immer wieder auch Entscheidungen getroffen werden müssen, die nicht allen gefallen. „Gestalten“ dürfen ist eine anspruchsvolle, aber oftmals auch erfüllende Herausforderung. Solange wir den Rückhalt in der Kanzlei spüren und das Gefühl haben, etwas bewegen zu können, üben wir dieses Amt sehr gerne aus.

Eine Kanzlei im Wandel – das beschreibt das letzte Jahrzehnt sicherlich sehr gut. Was
waren rückblickend die wichtigsten Meilensteine?

Das zentrale Thema war und bleibt die Spezialisierung in einer Matrixorganisation (Industrie- und Rechtsgebietsbezogen). Und unser Fokus auf die standort- und fachbereichsübergreifende Zusammenarbeit. Beides gelingt nur in einer integrierten Kanzlei. Die Integration ist natürlich niemals abgeschlossen. Was uns aber immer wieder freut ist, dass sich Teams von Anwältinnen und Anwälten ganz bewusst wegen dieser offenen und gleichzeitig gemanagten Kanzleikultur für uns entscheiden.

"Wir haben jetzt viel mehr Spielraum bei der Akquisition und Bearbeitung neuer Mandate"

Weitere wichtige Meilensteine waren auch die Eröffnung unserer neuen Büros in Düsseldorf und Stuttgart. Damit sind wir nun flächendeckend mit Büros in allen Wirtschaftszentren Deutschlands vertreten. Und das Investment in unsere Büros in Shanghai und Istanbul macht sich bei unseren vielen exportorientierten, mittelständischen Mandantinnen und Mandanten immer mehr bezahlt.
Ebenso herausfordernd wie weichenstellend war die Umstellung der Kanzlei auf die Gewerblichkeit. Hier mussten wir vor allem intern zunächst viel Überzeugungsarbeit leisten. Es hat sich aber gelohnt: Wir haben jetzt viel mehr Spielraum bei der Akquisition und Bearbeitung neuer Mandate. Gerade im Zusammenhang mit der allgegenwärtigen Digitalisierungsdebatte zahlen sich die Mühen daher bereits heute aus.

Auffällig ist, dass die Kanzlei im letzten Jahr auch in personeller Hinsicht sehr stark
gewachsen ist

Damit wir unsere Mandantschaft in allen Fragen des Wirtschaftsrechts mit Branchenfokus beraten können, haben wir in den vergangenen Jahren immer wieder Beratungslücken schließen können: Logistik, Telekommunikation oder Luftverkehrsrecht, um hier nur einige der jüngeren Beispiele zu nennen.
Wachstum war für uns nie ein Selbstzweck, sondern logische Folge unserer Aufstellung als Full-Service-Kanzlei, die in jeder Nische exzellent beraten kann. Dabei haben wir auf frischen Wind von außen gesetzt, aber vor allem auch auf unseren Nachwuchs. Immer wieder stoßen „Eigengewächse“ nach, die ein neues Thema entwickeln.

"Wachstum war für uns nie ein Selbstzweck"

Mitgewachsen ist auch unsere gesamte Infrastruktur. Wir beschäftigen inzwischen ganze Teams, die sich um Finanzen, HR, IT, legal tech und legal operations, digitale Transformation, Marketing oder Sales kümmern. Es war ein wichtiger Schritt, uns hier zu professionalisieren. Und ohne das Organisationstalent und die großartige Unterstützung unserer Assistenzkräfte würden wir sowieso nicht funktionieren.

"Das A&O ist für uns das gegenseitige Vertrauen, das wir in den vergangenen Jahren immer wieder gespürt haben"

Wie ist es gelungen, die Menschen bei GvW immer wieder mitzunehmen?
Das A&O ist das gegenseitige Vertrauen. Bei allen Diskussionen zu Detailfragen haben wir dieses Vertrauen in den vergangenen Jahren immer wieder gespürt. Wir bemühen uns um eine transparente Kommunikation, die zugegebenermaßen bei einer inzwischen so großen Einheit mit sechs deutschen Standorten eine große Herausforderung ist. Die Partnerversammlung ist und bleibt das zentrale Gremium, bei aller Professionalisierung des Managements. Hier diskutieren wir offen die Themen und leiten gemeinsam die nötigen Schritte zur Weiterentwicklung der Sozietät ein. Aber nicht nur die Partnerschaft bringt neue Initiativen ein: Die Vergangenheit hat gezeigt, dass sich auch alle anderen bei GvW engagieren und Dinge voranbringen wollen. Das wird sehr geschätzt und gefördert bei uns.
Klar ist auf der anderen Seite auch, dass es nicht immer gelingen kann, alle mitzunehmen. Es gibt aber zentrale Themen wie unsere von praxis- und büroübergreifender Zusammenarbeit geprägte Kanzleikultur, bei der die Partnerschaft keine Kompromisse zulässt. Wer diesen klaren Kurs nicht mitgeht, passt am Ende nicht zu uns und geht früher oder später.

Wofür steht die Kanzlei heute?
GvW steht heute – aber tatsächlich schon seit längerer Zeit – für eine vollintegrierte und hochspezialisiert arbeitende Kanzlei. Darauf sind wir besonders stolz. Das ist Voraussetzung dafür, dass wir die Probleme unserer Mandantschaft aus einer Hand und auf Basis echter Spezialkompetenz lösen können. Was unsere Kanzlei zudem besonders auszeichnet, ist der Mut, neue Wege zu gehen. Alle, die Ideen haben und sich engagieren wollen, können sich einbringen.

"Digitalisierung heißt für uns nicht, dass uns irgendwann Maschinen ersetzen"

Wie geht GvW mit dem Thema Digitalisierung um?
Die Digitalisierung bietet uns die Möglichkeit, hochspezialisierte Rechtsberatung noch effizienter zu erbringen. Wir sind daher sehr offen für alles, was unsere Produktivität weiter steigert. Wir haben dafür bereits verschiedene Technologien im Einsatz, fördern standardisierte Prozesse und arbeiten an den
Strukturen. Die Entwicklung ist hier aber noch längst nicht abgeschlossen. Wir werden die neuen Lösungen der Digitalisierung immer dann einsetzen, wenn sie die Zufriedenheit unserer Mandantinnen und Mandanten steigern. Das bleibt der Maßstab für sämtliche Innovationen bei uns. Die 2019 getroffene Entscheidung zur steuerlichen Gewerblichkeit öffnet uns jedenfalls Türen zu ganz neuen Geschäftsmodellen.
Digitalisierung heißt für uns nicht, dass uns irgendwann Maschinen ersetzen. Unser Bedarf nach qualifizierten Mitarbeitenden wird weiter ungebrochen sein.

Sie sprechen ein wichtiges Thema an: Der Fachkräftemangel zieht sich bereits durch viele
Branchen. Auch im Rechtsmarkt sind die Prognosen alles andere als gut.

Genau aus diesem Grund ist es uns so wichtig, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gerne bei uns zur Arbeit gehen. Wenn Arbeit keinen Spaß macht, ist sie nicht gut. Um ein erfolgreiches Unternehmen zu sein, müssen wir nicht nur die besten Leute bekommen, sondern auch bei uns halten. Unsere offene Kanzleikultur hilft uns dabei. Trotzdem müssen wir uns natürlich immer auch fragen, wie wir als Kanzlei auf dem Arbeitsmarkt attraktiv bleiben. Die Bedürfnisse verändern sich von Generation zu Generation – wir müssen da auch beweglich bleiben.

"Daneben möchten wir unserer Verantwortung als Wirtschaftskanzlei und Arbeitgeber gerecht werden"

Was sind Ihre Ziele mit GvW in den nächsten zehn Jahren?
Unser Ziel ist es, GvWs Position als eine der führenden mittelständischen Kanzleien in Deutschland zu festigen. Dazu zählt natürlich der wirtschaftliche Erfolg als Unternehmen. Wenn es uns weiter gelingt, die sich wandelnden Bedürfnisse unserer Mandantinnen und Mandanten rechtzeitig zu erkennen und entsprechend zu handeln, dann blicken wir hier sehr optimistisch in die Zukunft. Daneben möchten wir unserer (gesellschaftlichen) Verantwortung als Wirtschaftskanzlei und Arbeitgeber gerecht werden. Dieses Thema ist uns allen bei GvW ein wichtiges Anliegen und gehört schon immer zu unserem Selbstverständnis.

Unsere Referenzen

Ob bedeutendes Infrastrukturprojekt, internationale M&A-Transaktion oder Großverfahren - unsere Anwältinnen und Anwälte haben in den vergangenen Jahren u.a. diese Mandate begleitet