Mai 2026 Blog

EU erzielt Einigung über Umsetzung des Handelsabkommens

In der Nacht zum 20. Mai 2026 haben sich Vertreter des Europäischen Parlaments und der EU-Mitgliedsstaaten in Straßburg auf die Umsetzung des Handelsabkommens mit den USA geeinigt. Die Vereinbarung geht auf den Handelsdeal zurück, den EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen im August 2025 mit US-Präsident Donald Trump geschlossen hatte, um einen transatlantischen Handelskrieg abzuwenden.

Die Vereinbarung sieht vor, dass die EU Zölle auf US‑Industriegüter wie Autos und Maschinen weitgehend abschafft. Zudem sollen ausgewählte Agrarprodukte und Meeresfrüchte aus den USA besseren Zugang zum europäischen Markt erhalten. Im Gegenzug begrenzen die USA die Zölle auf die meisten EU‑Exporte auf maximal 15 Prozent. 

Ein zentrales Element der Umsetzung ist eine Notfallklausel, die es der EU ermöglicht, ihre Zugeständnisse auszusetzen, falls die USA ihre Verpflichtungen nicht einhalten.

Die Einigung erfolgte unter erheblichem politischem Druck aus Washington. US‑Präsident Trump hatte Kritik an der aus seiner Sicht schleppenden Umsetzung geäußert und mit einer Anhebung von Zöllen, insbesondere auf europäische Autos, gedroht. Zugleich setzte er der EU eine Frist bis zum 4. Juli 2026, um das Abkommen in Kraft zu setzen.

EU-Präsidentin von der Leyen äußerte Medienberichten zufolge die Hoffnung, dass damit ein turbulentes Kapitel in den transatlantischen Beziehungen abgeschlossen werde. Auf X erklärte sie, die EU werde ihren Teil der gemeinsamen Erklärung bald wie versprochen umsetzen und forderte, den Prozess der Umsetzung nun zügig abzuschließen.

Die Einigung muss nun noch formal durch das EU-Parlament und den Rat der 27 Mitgliedsstaaten bestätigt werden. Bis zum von Präsident Trump gesetzten Ultimatum am 4. Juli soll das Gesetz in Kraft treten. Die Maßnahmen sollen nach Inkrafttreten bis Ende 2029 gelten. 

Die endgültige Ausgestaltung der Vereinbarung seitens der EU bleibt insofern noch abzuwarten. Ob das transatlantische Handelsabkommen nachhaltige Stabilität bringt, wird sich erst daran ablesen lassen, ob der erzielte Kompromiss auch über den aktuellen politischen Druck hinaus Bestand hat.

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